Hanzmichi’s Weblog


Schwimmen und ein sonniges Wochenende
Mai 25, 2008, 10:15
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In aller Kürze resümiere ich mal einen kleinen Wochenrückblick jenseits der Klausur am Montag: Es gab zu tun. Und zwar viel. Ich bin nun unter anderem in die Hintergründe der Gelatine-Rechtsprechung eingeweiht und jogliere mit Call-Optionen. Alles weitere fällt sicherlich unter die Verschwiegenheitspflicht und die need-to-know-policy.

Am Dienstagabend war es endlich so weit – unsere bürostuhlgeplagten Leiber schrien nach ehrlicher Bewegung und wir besuchten mit Tino erstmals die Olympia-Schwimmhalle: Heidewitzka, Herr Kapitän – welch’ eine Wohltat. Ein 50 m-Becken mit dedizierten Bahnen fürs ambitionierte – und Rückenschwimmen. Anders als in Münster, wo man notgedrungen aus einer 25m-Bahn eine 50m-Bahn machen muss, weil man im Slalom um schnatternde Damen älterer Semester und größerer Leibesfülle herumzirkeln muss, kann man hier schnurstracks seine Bahnen abspulen. Und Unterhaltung gab’s obendrein: Nebenan
versuchten pubertätsgeplagte Buben (meine Sprache bayuwarisiert sich zunehmens, wie schon kritisch angemerkt wurde) durch Maximierung der Aufprallfläche ihres Körpers beim Sprung vom 5m-Brett den darunter planschenden Altersgenossinnen zu imponieren. Das kam vom Unterhaltungswert durchaus einem Heinz-Sielmann-Tierfilm gleich. Mit einem Bad im Wirlpool klang der Abend aus, bis uns durch Abschalten der Besprudelungsanlage unmissverständlich bedeutet wurde, dass es Zeit zur Heimkehr sei. Leider fand sich auf dem Rückweg kein Burger King (Christoph, im Geiste wärest du dabei gewesen!!), so dass der Fitnesseffekt notgedrungen maximiert wurde.

Ab Mittwoch war Hans weg – :-( – (=Parenthesensmiley), Donnerstag war Anke da :-) . Freitag abend ließen wir uns bei Schumann’s – dem Laden des netten älteren Herren aus der Baldessariniwerbung, der als Cocktailpabst angesehen wird – ein paar Mixgetränke servieren und saßen dabei inmitten edler Menschen. Die Cocktails waren wirklich klasse. Das Wetter wurde langsam besser und man konnte sich am Samstag erstmals wieder über nennenswerte Sonne freuen. Vom Turm von St. Peter sah München dabei so aus:

Und so:

Und so:

To be continued – tomorrow..



zu spät veröffentlicht aber immerhin…
Mai 25, 2008, 6:37
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Diesmal hat der Michi mich alleine gelassen. Aber nicht ganz alleine, den die liebe Christine war ja da um mich zu unterhalten und alle meine Verrücktheiten mitzumachen.

Biergarten mit Tino war da natürlich mit nur 2 Maß harmlos. Im Augustinerbiergarten ist es wirklich schön, auch wenn da seeehr viele Leute reinpassen wirkt das unter den vielen Kastanien nicht so. Gut, dass viele Münchener da sind und weniger Touristen. Leckeres Bier, leckerer Schweinekrustenbraten! Werde ich wahrscheinlich noch öfter hinkommen.

Dann- Juchu – der FC Bayern ist deutscher Meister! Die ganze Stadt platzt zusätzlich zu den üblichen Samstags-Shoppern, zusätzlich zu den nur samstags rausgelassenen Kanzleiwohnungsbewohnern, zusätzlich zu den üblichen Bundesligaspiel-Besuchern, mit den zigtausenden Meisterfeier-Gaffer aus allen Nähten. In dieser Liste zählen wir dann unter anderem zu den letzteren.
Und ich hab sie alle noch einmal gesehen! Den Otmar, den Schweini, den Poldi, und na gut, den Lucatoni wirklich nur sehr klein. Und natürlich den wie immer stilunsicher gekleideten Oli Kahn. In Wildlederweste mit blauem Käppi und weißrotem Schal steht er auf dem Balkon und schreit „Da ist das Ding!“… Ihr werdet dem Oli aber, außer eventuell wenn ihr Fussball gar nichts abgewinnen könnt, alle noch eine Träne nachweinen.

Es waren, wie ihr seht, außer uns auch noch 2 oder 3 andere Leute da.

Abends mit zwei sehr lustigen australischen Footballspielern der Hamburg Dockers ein Bier getrunken („You`re not from bavaria – high five…“). Ihr Geld verdienen sie unter anderem mit Softpornofotografie in St. Pauli, bzw. zukünftig mit einem Escort-Service. Obwohl Münster in der Nähe von Holland ist konnten wir Ihnen leider kein Weed anbieten.

dann noch im sehr schönen Lenbachhaus gewesen. dort sind neben schönen Bildern des Blauen Reiters und interessanter bzw. völlig unverständlicher moderner Kunst auch solche lustigen sachen:

„adorno gestaucht“ und „die ärgerbeule“



Bilderrätsel für alle Preußen…
Mai 19, 2008, 2:46
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Heute auf dem Weg zur Klausur gesehen – Was zur Hölle ist ein „Wammerl“!? Klingt eigentich nach etwas niedlichem, mit treuen Augen und Fell, dass man in der Tierhandlung bekommt, wo es artig in eine Käfigecke gekuschelt auf ein nettes Zuhause wartet….wie kann man sowas nur braten und portionsweise verkaufen….

….

Wer’s wissen will, googelt wie ich – es ist – naja, also es scheint der schweinische Kehllappen zu sein. Drollig. Darauf einen Russn’ oder doch lieber gleich ‘nen Neger (die politisch völlig unakzeptabel unkorrekte nAusdrücke für Radler und Krefelder, die auf der nach oben offenen Richterskala der bayuwarischen Sprachmerkwürdigkeiten Spitzenplätze einnahmen) :-)

A propos Klausur – man wollte heute von uns, dass wir ein staatsanwaltschaftliches Plädoyer wortwörtlich schreiben. Anklageschrift und Sitzungsprotokoll waren als Sachverhalt gegeben. Das war eine seltsame Aufgabe, weil man, damit das Ganze ein wenig mehr als nur Strafzumessung und Beweiswürdigung war, offenkundig etwas anderes beantragen sollte als angeklagt war. Es sollte praktisch aber nur selten vorkommen, dass im Vorfeld jemand „übersieht“, dass für § 315c die Erheblichkeitsschwelle nicht überschritten ist und dann im Plädoyer seine eigene Anklageschrift indirekt für Murks erklären darf.

Außerdem haben sich die Bayern wieder als seltsames Völkchen erwiesen – die letzten AG’ler kamen so etwa 40 Minuten nach Klausurbeginn und das Ganze war eher Gruppenarbeit als Übungsklausur. Andere Länder, (etwas) andere Sitten…

Spätnachmittags waren wir heute eine Runde in dem Teil der Innenstadt, den man als „normal“ bezeichnen kann. HIER sind also Tchibo, Billigbäcker und Co. – sehr beruhigend.



Schildbürger?
Mai 19, 2008, 2:34
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Nicht nur in der Kanzlei kommen wir uns manchmal so vor wie die oben erwähnten. Im wohlgeordneten Bayern gibts für alles Schilder.

und natürlich in unserer Eingangshalle den sinnigen Spruch:



Hanz in da house..
Mai 12, 2008, 7:46
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…heißt es heute erst um kurz nach 2. Der Flieger hatte Verspätung. Nach Mittagessen und Auspacken hat er aber keine Wahl als mich bei einer kleinen feiertäglichen Landpartie gen Nymphenburger Schloss zu folgen. In der Straßenbahn kann man seltsame interessante Menschen bei ihrer Fahrt von A nach B beobachten. Hans merkt glaube ich, als er es ausspricht, dass es nicht notwendigerweise eines Hundes bedarf, wenn es in der Straßenbahn nach Hund riecht – es KÖNNEN auch die hochgelegten Mauken einer Mitreisenden sein… Nun ja. Schloss Nymphenburg ist dafür olfaktorisch neutral wie auch ästhetisch ansprechend, auch wenn man das Ganze auf der Hälfte der Fläche hätte realisieren können. So manche Putte wirkt etwas verloren in dem beachtlich großen Park. Es erinnert mich an die amerikanische Art zu bauen, nach dem Motto „Hey, wir haben die Fläche, also wieso sparen oder in die Höhe bauen“. Amerikaner würden allerdings – zu Recht – über die klitzekleine Hinweistafel mit der Parkordnung grinsen. Bei dem Umfang dürften vermutlich mehrere Kommentare dazu in der Kanzlei stehen. Münsteranern vergeht hier aber das Grinsen, denn es ist nicht nur Radfahren, inlinern etc. verboten – auch das SCHIEBEN des Rades durch den Park ist nicht erlaubt. Wahrscheinlich haben die Münchner böse Erfahrungen mit <Achtung, Kalaueralarm> Schieberbanden im Park gemacht. Morgen geht’s wieder rund und wir freuen uns schon auf neue, diffizile Aufgaben, zu denen nichts in den Kommentaren steht und Beck und Juris schweigen.



Ein Tag fast ohne…
Mai 9, 2008, 8:24
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…Hans! Nach einem zweistündigen Intermezzo verabschiedete sich mein Tischnachbar mit Mitbewohner ins Wochenende und ließ mich mit diffizilen Rechtsfragen allein. Auch wenn wir uns zeitweilig vor lauter Arbeit nur gegenübersitzen und schweigend – oder auch fluchend – Beck & Co. durchforsten – es fehlt doch etwas, wie man anhand dieses Fotos vermuten kann:

Gestern abend waren wir noch zu dritt, denn Julia aus Münster war noch da und nötigte Hans et moi zu einer kleinen Runde durch die Stadt, obwohl wir schon ziemlich gar aus dem Büro kamen. Den Biergarten konnten wir ihr aber ausreden, den hatten wir vorgestern noch (jaja, natürlich kann man da auch mehrmals hingehen, aber das is schon nicht gerade um die Ecke bis dorthin im Englischen Garten! Und um in direkter Nähe was Kühles zu schlürfen muss man schon eine schwarze AmEx oder einen zuteilungsreifen Bausparvertrag in der Tasche haben, um beim Bezahlen der Rechnung nicht zu weinen).

A propos Wasser – Hier noch mal ein weiteres Bild zu diesen drollige Neoprenlemmingen aus dem Englischen Garten: Reinspringen, surfen, runterfallen, mitgespült werden, rauskommen, reinspringen, surfen, runterfallen…..

Und ein Stück waren vor ein paar Tagen noch so ein paar aquaphile Gestalten dabei zu beobachten, wie sie sich in die Fluten stürzten – von den etwas beleibten Typen am Wasserfall haben wir aus ästhetischen Gründen keine Bilder gemacht.

Da ich allein mit Annette, Nummer 3 im Bunde der Jungjuristen im Haus , in der Kanzlei war, verteilten sich die Anfragen nur noch auf zwei.. Und die Aufgaben, mit denen die Jungs und Mädels bisher so überkommen, haben alle eins gemeinsam – sind stehen mitnichten auch nur ansatzweise im Kommentar. Manchmal könnte man da glatt in die Tischkante beißen, dass sich zu diesem Spezialsonderfall nix finden lässt, denn es ist doof, hinterher nach stundenlanger Recherche hinzugehen und nur sagen zu können – dazu ist nix geschrieben worden, das müssen wir uns selbst denken. Bei den Summen, die da im Raum stehen, ist man schon ein wenig ruhiger, wenn man einen belegbaren Rat geben kann und nicht in der Ungewissheit schwebt, vielleicht etwas übersehen zu haben. Aber um halb 8 war dann heute auch der letzte dieser Aufträge abgearbeitet und das Pfingstwochenende kann beginnen. Vermutlich werde ich morgen München ein wenig allein unsicher machen, als Erholung vom Fußnoten korrigieren. Und einkaufen. Im Aldi. Allein schon fürs Kontrastprogramm. Wobei – sicher bin in mir da nicht, in dieser edlen Stadt ;-)



Arbeit!
Mai 8, 2008, 8:09
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Viel davon.
Gemischte verdeckte Sacheinlage und verdeckte Gewinnausschüttung bei ISOP… tägliches Brot halt.

Dabei kann der Michi nicht nur dem Steuerrecht neues Leben einhauchen, Sinn und Unsinn einer GmbH & Co. KG ergründen und verrückte Anweisungen der Anwälte aushalten…

er sieht auch noch gut aus!

Dabei komm ich nur etwas kleiner rüber, im Intranet:



Arbeitsgemeinschaft am Landgericht München I – 1.Tag
Mai 5, 2008, 8:49
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Unglaublich, AG in München.
Wir sind geprägt von der Veranstaltung beim ehemaligen Bürgermeister von Telgte, der (vorsichtig formuliert) vornehmlich mit seinen politischen und historischen Kenntnissen glänzte und uns etwas das Lokalkolorit näher brachte. Ausdrücklich weniger Wert wurde auf juristische Fachkenntnisse gelegt.

Jetzt aber ein junger Richter am Münchner Landgericht! Elanvoll und stringent, blöde Fragen abbürstend und vor allem mit ausreichendem Hintergrundwissen brachte er Michi und mir heute eine Klausur näher. Ohne Sachverhaltskenntnis ab ins kalte Wasser: Pfändungs- und Überweisungsbeschluss und § 906 II 2 BGB analog… aber, ja da schau her, das Gehirn erinnert sich vage an frühere Leistungsfähigkeit und dank dem AG-Leiter konnte ich den Fall und seine zahlreichen Wendungen und Probleme zumindest gut nachvollziehen und verstehen.

Die AG-Kollegen sind uns noch nicht sonderlich nahe gekommen, aber sie scheinen ganz umgänglich zu sein. Merkwürdig sind die bereits festgestellten bayuwarischen Modetrends, die sich uns in der AG noch weiter offenbaren. Ein eigentlich halbwegs schick und ordentlich im Hemd gekleideter, jüngerer Prof Eidenmüller hatte längere Zeit eines dieser Stoff-Radfahrerkäppis auf dem Kopf. Ja, so ein lächerliches, weißes Werbeteil, wie die Jungs bei der Tour de France tragen. Stand ihm eigentlich ganz gut… (Ihr könnt nicht sagen ihr hättet nichts gewusst…).
Ganz verstehen konnten die Jungs und Mädels nicht, was uns nach Bayern und auch noch in ihre AG verschlagen hat. „Bei euch gibt es doch auch Kanzleien…?“
Die nächste AG-Stunde in zwei Wochen wird dann direkt eine Klausur geschrieben. Ja, unglaublich, selbst das kommt mir ganz interessant und sinnvoll vor.



Tag 4 – Beobachtungen in München
Mai 5, 2008, 8:36
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Heute fang’ ich mal mit ein paar allgemeinen Beobachtungen an. Münsteraner sind ja gerade am Wochenende einiges gewöhnt – da kommen aus dem ganzen Umland alle aufgetakelten (Hanz meint, hier unten im Süden müsse man zwingend „aufgebrezelt“ sagen) Damen und Herren im besten Alter nach Münster, um sich gegenseitig zu präsentieren und durch die Innenstadt zu streifen. München potenziert dies. Wenn man einen Geigerzähler so umfunktionieren könnte, dass er Schnicksen detektieren könnte, würde das Teil einen Dauerton in einem 2 km – Radius um unsere Behausung von sich geben. Statussymbole des hippen Müncheners sind a) die Piloten-/oder Ganzkörperbrille, b) ein Tuch um den Hals oder auch ein Schal und c) er selbst. Man könnte meinen, hier liefen lauter fleischgewordene Gesamtkunstwerke herum. Unwillkürlich stellt man sich vor, wie die Leutchen wohl reagieren würden, wenn man sie unvermittelt mit ein wenig Schmutz bewerfen würde – vermutlich würde augenblicklich das von einer Rolex befeuerte Herz stehen bleiben. Und anders als in Münster gibt es keinen Unterschied zwischen Wochenendoutfit und dem, was man unter der Woche trägt. Es stellt sich schon fast eine gewisse Erleichterung ein, wenn man etwas weiter abseits der Altstadt auf Golf und Peugeot und Gebrauchtwagen statt Mercedes, Porsche, BMW und die passend ausstaffierten Chauffeure trifft. Man könnte meinen, der westfälischen Schikeria hätten die bajuwarischen Bussi-People allerdings eins voraus – sie wirken durchweg freundlich. Allerdings sind sie ja auch so gut wie unter sich. (mi)



Hier noch ein paar Fotos der Wohnung
Mai 4, 2008, 9:45
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Nochmal das Wohnzimmer.

Dem Hans sein noch kahles Zimmer, Blick auf die Kanzlei.

Blick aus dem Fenster, leicht nach vorne gelehnt.

unser Arbeitsplatz, ab morgen, von meinem Fenster aus gesehen.