Hanzmichi’s Weblog


Hanz in da house..
Mai 12, 2008, 7:46
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…heißt es heute erst um kurz nach 2. Der Flieger hatte Verspätung. Nach Mittagessen und Auspacken hat er aber keine Wahl als mich bei einer kleinen feiertäglichen Landpartie gen Nymphenburger Schloss zu folgen. In der Straßenbahn kann man seltsame interessante Menschen bei ihrer Fahrt von A nach B beobachten. Hans merkt glaube ich, als er es ausspricht, dass es nicht notwendigerweise eines Hundes bedarf, wenn es in der Straßenbahn nach Hund riecht - es KÖNNEN auch die hochgelegten Mauken einer Mitreisenden sein… Nun ja. Schloss Nymphenburg ist dafür olfaktorisch neutral wie auch ästhetisch ansprechend, auch wenn man das Ganze auf der Hälfte der Fläche hätte realisieren können. So manche Putte wirkt etwas verloren in dem beachtlich großen Park. Es erinnert mich an die amerikanische Art zu bauen, nach dem Motto “Hey, wir haben die Fläche, also wieso sparen oder in die Höhe bauen”. Amerikaner würden allerdings - zu Recht - über die klitzekleine Hinweistafel mit der Parkordnung grinsen. Bei dem Umfang dürften vermutlich mehrere Kommentare dazu in der Kanzlei stehen. Münsteranern vergeht hier aber das Grinsen, denn es ist nicht nur Radfahren, inlinern etc. verboten - auch das SCHIEBEN des Rades durch den Park ist nicht erlaubt. Wahrscheinlich haben die Münchner böse Erfahrungen mit <Achtung, Kalaueralarm> Schieberbanden im Park gemacht. Morgen geht’s wieder rund und wir freuen uns schon auf neue, diffizile Aufgaben, zu denen nichts in den Kommentaren steht und Beck und Juris schweigen.



Ein Tag fast ohne…
Mai 9, 2008, 8:24
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…Hans! Nach einem zweistündigen Intermezzo verabschiedete sich mein Tischnachbar mit Mitbewohner ins Wochenende und ließ mich mit diffizilen Rechtsfragen allein. Auch wenn wir uns zeitweilig vor lauter Arbeit nur gegenübersitzen und schweigend - oder auch fluchend - Beck & Co. durchforsten - es fehlt doch etwas, wie man anhand dieses Fotos vermuten kann:

Gestern abend waren wir noch zu dritt, denn Julia aus Münster war noch da und nötigte Hans et moi zu einer kleinen Runde durch die Stadt, obwohl wir schon ziemlich gar aus dem Büro kamen. Den Biergarten konnten wir ihr aber ausreden, den hatten wir vorgestern noch (jaja, natürlich kann man da auch mehrmals hingehen, aber das is schon nicht gerade um die Ecke bis dorthin im Englischen Garten! Und um in direkter Nähe was Kühles zu schlürfen muss man schon eine schwarze AmEx oder einen zuteilungsreifen Bausparvertrag in der Tasche haben, um beim Bezahlen der Rechnung nicht zu weinen).

A propos Wasser - Hier noch mal ein weiteres Bild zu diesen drollige Neoprenlemmingen aus dem Englischen Garten: Reinspringen, surfen, runterfallen, mitgespült werden, rauskommen, reinspringen, surfen, runterfallen…..

Und ein Stück waren vor ein paar Tagen noch so ein paar aquaphile Gestalten dabei zu beobachten, wie sie sich in die Fluten stürzten - von den etwas beleibten Typen am Wasserfall haben wir aus ästhetischen Gründen keine Bilder gemacht.

Da ich allein mit Annette, Nummer 3 im Bunde der Jungjuristen im Haus , in der Kanzlei war, verteilten sich die Anfragen nur noch auf zwei.. Und die Aufgaben, mit denen die Jungs und Mädels bisher so überkommen, haben alle eins gemeinsam - sind stehen mitnichten auch nur ansatzweise im Kommentar. Manchmal könnte man da glatt in die Tischkante beißen, dass sich zu diesem Spezialsonderfall nix finden lässt, denn es ist doof, hinterher nach stundenlanger Recherche hinzugehen und nur sagen zu können - dazu ist nix geschrieben worden, das müssen wir uns selbst denken. Bei den Summen, die da im Raum stehen, ist man schon ein wenig ruhiger, wenn man einen belegbaren Rat geben kann und nicht in der Ungewissheit schwebt, vielleicht etwas übersehen zu haben. Aber um halb 8 war dann heute auch der letzte dieser Aufträge abgearbeitet und das Pfingstwochenende kann beginnen. Vermutlich werde ich morgen München ein wenig allein unsicher machen, als Erholung vom Fußnoten korrigieren. Und einkaufen. Im Aldi. Allein schon fürs Kontrastprogramm. Wobei - sicher bin in mir da nicht, in dieser edlen Stadt ;-)



Arbeit!
Mai 8, 2008, 8:09
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Viel davon.
Gemischte verdeckte Sacheinlage und verdeckte Gewinnausschüttung bei ISOP… tägliches Brot halt.

Dabei kann der Michi nicht nur dem Steuerrecht neues Leben einhauchen, Sinn und Unsinn einer GmbH & Co. KG ergründen und verrückte Anweisungen der Anwälte aushalten…

er sieht auch noch gut aus!

Dabei komm ich nur etwas kleiner rüber, im Intranet:



Arbeitsgemeinschaft am Landgericht München I - 1.Tag
Mai 5, 2008, 8:49
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Unglaublich, AG in München.
Wir sind geprägt von der Veranstaltung beim ehemaligen Bürgermeister von Telgte, der (vorsichtig formuliert) vornehmlich mit seinen politischen und historischen Kenntnissen glänzte und uns etwas das Lokalkolorit näher brachte. Ausdrücklich weniger Wert wurde auf juristische Fachkenntnisse gelegt.

Jetzt aber ein junger Richter am Münchner Landgericht! Elanvoll und stringent, blöde Fragen abbürstend und vor allem mit ausreichendem Hintergrundwissen brachte er Michi und mir heute eine Klausur näher. Ohne Sachverhaltskenntnis ab ins kalte Wasser: Pfändungs- und Überweisungsbeschluss und § 906 II 2 BGB analog… aber, ja da schau her, das Gehirn erinnert sich vage an frühere Leistungsfähigkeit und dank dem AG-Leiter konnte ich den Fall und seine zahlreichen Wendungen und Probleme zumindest gut nachvollziehen und verstehen.

Die AG-Kollegen sind uns noch nicht sonderlich nahe gekommen, aber sie scheinen ganz umgänglich zu sein. Merkwürdig sind die bereits festgestellten bayuwarischen Modetrends, die sich uns in der AG noch weiter offenbaren. Ein eigentlich halbwegs schick und ordentlich im Hemd gekleideter, jüngerer Prof Eidenmüller hatte längere Zeit eines dieser Stoff-Radfahrerkäppis auf dem Kopf. Ja, so ein lächerliches, weißes Werbeteil, wie die Jungs bei der Tour de France tragen. Stand ihm eigentlich ganz gut… (Ihr könnt nicht sagen ihr hättet nichts gewusst…).
Ganz verstehen konnten die Jungs und Mädels nicht, was uns nach Bayern und auch noch in ihre AG verschlagen hat. “Bei euch gibt es doch auch Kanzleien…?”
Die nächste AG-Stunde in zwei Wochen wird dann direkt eine Klausur geschrieben. Ja, unglaublich, selbst das kommt mir ganz interessant und sinnvoll vor.



Tag 4 - Beobachtungen in München
Mai 5, 2008, 8:36
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Heute fang’ ich mal mit ein paar allgemeinen Beobachtungen an. Münsteraner sind ja gerade am Wochenende einiges gewöhnt – da kommen aus dem ganzen Umland alle aufgetakelten (Hanz meint, hier unten im Süden müsse man zwingend „aufgebrezelt“ sagen) Damen und Herren im besten Alter nach Münster, um sich gegenseitig zu präsentieren und durch die Innenstadt zu streifen. München potenziert dies. Wenn man einen Geigerzähler so umfunktionieren könnte, dass er Schnicksen detektieren könnte, würde das Teil einen Dauerton in einem 2 km – Radius um unsere Behausung von sich geben. Statussymbole des hippen Müncheners sind a) die Piloten-/oder Ganzkörperbrille, b) ein Tuch um den Hals oder auch ein Schal und c) er selbst. Man könnte meinen, hier liefen lauter fleischgewordene Gesamtkunstwerke herum. Unwillkürlich stellt man sich vor, wie die Leutchen wohl reagieren würden, wenn man sie unvermittelt mit ein wenig Schmutz bewerfen würde – vermutlich würde augenblicklich das von einer Rolex befeuerte Herz stehen bleiben. Und anders als in Münster gibt es keinen Unterschied zwischen Wochenendoutfit und dem, was man unter der Woche trägt. Es stellt sich schon fast eine gewisse Erleichterung ein, wenn man etwas weiter abseits der Altstadt auf Golf und Peugeot und Gebrauchtwagen statt Mercedes, Porsche, BMW und die passend ausstaffierten Chauffeure trifft. Man könnte meinen, der westfälischen Schikeria hätten die bajuwarischen Bussi-People allerdings eins voraus – sie wirken durchweg freundlich. Allerdings sind sie ja auch so gut wie unter sich. (mi)



Hier noch ein paar Fotos der Wohnung
Mai 4, 2008, 9:45
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Nochmal das Wohnzimmer.

Dem Hans sein noch kahles Zimmer, Blick auf die Kanzlei.

Blick aus dem Fenster, leicht nach vorne gelehnt.

unser Arbeitsplatz, ab morgen, von meinem Fenster aus gesehen.



Tag 3
Mai 4, 2008, 7:17
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8:15 Uhr, die bayerische Idylle findet einjähes Ende. Heiliger Sonntag in Bavaria? - Pustekuchen, eine vielstimmige Blaskappelle marschiert die Teatinerstraße auf und ab und weckt jeden, der nicht in der Frühmesse war. Hans wähnt im Halbschlaf eine tollwütige Waschmaschine in der Wohnung, ich fühle mich stark an die Abholung des Rheinenser Schützenkönigs bei meiner ersten Übernachtung in Rheine erinnert. Nu ja, wo man schon mal wach ist, kann man ja auch frühstücken. Den etwas verstopften Entlüftungen von Küche und Bad rücken wir im Anschluss zuleibe, weil der Wirkungsgrad auf gefühlte 5% gesunken ist. Zur Erholung dient dann die Wii…

Nach opulentem Mittagsmahl - nichtbayerisch - marschieren wir wieder los in Ric

htung Englischen Gartens, der genauso gefüllt ist wie gestern. Um mal was anderes zu sehen, gehen wir erst am P1 vorbei, dann schlendern wir zu den Surfern am Eisbach.

Mit Buch und Decke lässt es sich dort gut aushalten, trotz der Dauerbeschallung durch eine 10-köpfige Rhytmuskombo (der Münsteraner Südpark lässt grüßen).

Abär - einen großen Unterschied zu Münster gibt es doch - hier grillt NIEMAND. Absolut geruchsfrei kommt der größte Stadtpark der Welt daher. Angeblich soll das in einem anderen Park Münchens vonstatten gehen. Seltsam, seltsam…

Morgen ist der erste AG-Tag, mal schauen, was sich dort so tut. Vielleicht tun die in fünf Stunden doch noch was anderes als nur eine Klausurbesprechung.. (mi)



Tag 2
Mai 3, 2008, 6:46
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…beginnt früh - die Rollos fahren morgens selbsttätig hoch! Die Zeitschaltuhr dafür ist gut versteckt, wir können sie jedenfalls nicht entdecken. Nach Lebensmittel- und Ticketeinkauf machen wir es uns im Englischen Garten bequem. Gegen 6 wird’s dort aber kalt und es lockt Hans’ neues WII-Spiel….

Und dann war da noch…

…abends die seltsame Kellnerin in der Schrannenhalle. Nicht nur dass da politisch inkorrekt Russn’ (Helles mit Zitronenlimo) und Neger (Colaweizen) feilgeboten werden, es wird auch auf getränketechnische Unverträglichkeiten hingewiesen. Hans’ Bestellung eines “Negers” entgegnet die Gute entrüstet mit dem Hinweis, das wolle er bestimmt nicht. Neger und Russn’ würden nämlich im Magen miteinander verklumpen. Hans, mutig wie er ist, lässt sich bei der nächsten Bestellung aber nicht mehr bequatschen und nimmt trotzig den Neger. Sie sollte Recht behalten, aber das nur nebenbei…

Als er sich aber erdreistet, nach Pernot zu fragen, schlägt’s dreizehn - “Steigen wir jetzt um auf Wein oder was!?!” wird ihm entgegen geschmettert. Natürlich bleibt man bei so einer Ansage brav beim Hellen, denn wer will schon Bier und Wein mischen.

Zu guter Letzt kaufen wir uns noch gemeinsam ein Stück Hose als Wohnungsdeko.

Die zukünftige Braut, die ihre Jeans in handlichen Flicken verkauft, hält mich doch glatt für einen Bayern - das rede ich ihr als lokalpatriotisches Pottkind natürlich schleunigst aus :-) (mi)



Hello world!
Mai 3, 2008, 11:24
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Tag 1
Mai 2, 2008, 8:35
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Auf geht’s! Die Koffer sind für ihr enormes Gewicht schnell in Hansemanns Auto verstaut, die Fahrt geht gut voran. Bis München ist alles entspannt und schnell, am Telefon prahle ich gegenüber der Kanzlei, dass wir in einem halben Stündchen da sind – sind wir natürlich nicht. IN München stehen wir zum ersten Mal heute im Stau und quälen uns um den Pudding. Das gibt die ersten Minuspunkte von uns für München – es gibt wenig Platz für viele Autos, und wir müssen Gottweißwo für 50 cent pro 12 Minuten parken, weil rund um die Kanzlei nix frei ist. Außerdem ist der erste Eindruck von Münchner Autofahrern, dass sie fahren wie waschechte Tunesier – immer eine lockere Hand an der Hupe. Die Wohnung entschädigt jedoch total. Nach einer kurzen Begrüßung in der Kanzlei gibt’s die Schlüssel, wir werden zur anderen Seite der Fünf Höfe geführt und beziehen unser riesiges, super gelegenes und geräumiges Domizil.

Die Koffer dorthin zu schleppen ist allerdings nochmal wenig amüsant. (Merke: Mit Koffern am Arm, die gefühlte 70 Kilo wiegen, erntet man in Münchner Nobeleinkaufspassagen befremdliche und mitleidige Blicke). Nach einer kurzen Verschnaufpause steht Annette, die aktuelle Praktikantin in der Tür und erzählt uns ein wenig vom Kanzleialltag und München. Das ablaufende Parkticket, Hunger und Hans’s wartender Freund Tino drängen uns zum Aufbruch. Tino und Sabrina werden eingesackt und im örtlichen Enchilada klingt der erste Tag aus.